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Geschrieben von: Angelika Kastner   

 

Im langen Winter fallen die Vitamin D-Werte durch Mangel an Sonnenlicht bei vielen Menschen in einen gefährlich niedrigen Bereich. Die Tage werden nun wJetzt wieder Sonne tankenieder länger. Jetzt sollten Sie so oft wie möglich raus in die Sonne gehen. Denn unser Körper kann mit Hilfe des Sonnenlichts (UV-B-Strahlung) aus körpereigenem Cholesterin in der Haut selbst Vitamin D bilden.

 Vitamin D senkt nicht nur Diabetes-Risiko

Im eigentlichen Sinn ist Vitamin D gar kein Vitamin. Wegen seiner chemischen Struktur gehört es eher zu den Steroidhormonen, zu denen auch die Geschlechtshormone und Cortison zählen. Im Körper agiert es als Prohormon (Hormonvorstufe), das in mehreren Zwischenstufen in das Hormon Calcitriol umgewandelt wird.
In der Nahrung kommt Vitamin D in größeren Mengen nur in Fettfischen, wie Lachs, Aal, Hering, Makrele, Thunfisch und Karpfen, vor.
Bislang war es als „Knochenvitamin“ bekannt, das Kinder vor Rachitis (Knochenerweichung) und Erwachsene vor Osteoporose schützt. Nach neuesten Erkenntnissen wirkt das Sonnenhormon auch vorbeugend bei der Entstehung vieler Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.
Ferner kann es das Immunsystem stärken und spielt auch eine positive Rolle für unsere Seele. 
Britische Forscher um Studienleiter Oscar H. Franco der Universität Warwick fanden in einer Meta-Analyse heraus, dass ein hoher Vitamin-D-Spiegel im Blut das Risiko, Diabetes zu bekommen, halbiert. Ebenso sinkt die Gefahr von Herzkrankheiten um ein Drittel, berichten die Wissenschaftler in der März-Ausgabe des Fachjournals „Maturitas“ (Bd. 65, S. 225-234). Ausgewertet hatte das Team 28 Studien mit zusammen fast 100 000 Teilnehmern mittleren und höheren Alters.
Bei Probanden mit hohem Vitamin-D-Spiegel war auch das so genannte metabolische Syndrom (Übergewicht, Bluthochdruck sowie schlechte Cholesterin- und Blutzuckerwerte) nur halb so häufig wie bei Studienteilnehmern mit wenig Vitamin D im Blut.
„Gezielte Maßnahmen gegen Vitamin-D-Mangel bei Erwachsenen könnten potenziell die gegenwärtigen Epidemien von Herz- und Stoffwechselkrankheiten bremsen“, kommentierte Studienleiter Oscar H. Franco das Ergebnis. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Vitamin D und dem geringeren Erkrankungsrisiko müsse zunächst noch belegt werden, so das britische Forscherteam.

Weltweiter Vitamin D-Mangel

Experten, wie der Dermatologe und Physiologe Prof. Dr. Michael F. Holick, Universität Boston, oder der Arzt für Nuklear- und Ernährungsmedizin Prof. Dr. Jörg Spitz, Schlangenbad, gehen von einem weltweiten Vitamin-D-Mangel aus, verursacht vor allem durch den veränderten Lebensstil der Menschen in den Industrienationen sowie einen Wohnort nördlich oder südlich des 40. Breitengrads. Viele Studien bestätigten, dass in Deutschland 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung, vor allem im Winter, mit Vitamin D nicht ausreichend versorgt sind. Prof. Spitz empfiehlt daher für eine ausreichende Versorgung der Körperzellen mit Vitamin D, täglich etwa 4.000 I.E. (Internationale Einheiten) zuzuführen. Entweder mit Vitamin-D-Präparaten oder über die Haut mithilfe von UV-B-Strahlen (im Sommerhalbjahr in den Mittagsstunden 10 bis 15 Minuten ohne Sonnenschutzmittel: Hauttyp beachten und Sonnenbrand vermeiden!). Kinder und Jugendliche, die sich nicht genügend im Freien aufhalten, benötigen täglich 1.000 bis 2.000 I.E., je nach Körpergewicht.


Literatur

Holick, Michael F./Jenkins, Mark: Schützendes Sonnenlicht. Die heilsamen Kräfte der Sonne. Stuttgart 2005.
Spitz, Jörg: Vitamin D. Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad 2008.                                 


Studie

Parker, Johanna/Hashmi, Omar/Dutton, David/Mavrodaris, Angelique/ Stranges, Saverio/Kandala, Ngianga-Bakwin/Clarke, Aileen/Franco, Oscar H.: Levels of vitamin D and cardiometabolic disorders: Systematic review and meta-analysis. Maturitas. 2010 Mar;65(3):225-36. 

 

Weitere Bücher zum Thema Vitamin D

Super-Vitamin D

Heilkraft D

 

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